Florian Lampersberger
Psychologischer Psychotherapeut · Psychoanalytiker (DGPT) · Dozent an der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München
Niedergelassen in eigener Praxis in München-Schwabing. Ich behandle Erwachsene in analytischer und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie — und arbeite daneben in Lehre, Forschung und Berufspolitik an der Frage, wie psychoanalytisches Denken heute wirksam bleibt.

Stationen
Psychologie (B.Sc., M.A.)
International Psychoanalytic University Berlin — Psychologie mit psychoanalytischem Schwerpunkt.
Philosophie (M.A.)
Hochschule für Philosophie München — philosophische Anthropologie, Hermeneutik, Fragen von Sinn und Authentizität.
Psychotherapie & Psychoanalyse
Aus- und Weiterbildung an der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München e. V.
Dozent & Ausbildungsarbeit
Dozent an der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München, Mitglied im Aus- und Weiterbildungsausschuss.
Berufspolitik
Engagement für den Erhalt der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung — Analysen und Hintergründe auf dieser Website und auf Couch & Agora.
Wie ich arbeite
Zur Psychoanalyse bin ich über die Philosophie gekommen, genauer: über die Frage, warum Menschen sich selbst so oft fremd sind. Beide Disziplinen nehmen dieselbe Beobachtung ernst — dass nämlich zwischen dem, was wir über uns wissen, und dem, was uns tatsächlich bewegt, eine Lücke klafft. Die Psychoanalyse ist der Versuch, in dieser Lücke zu arbeiten, statt sie zu überspielen. Ein erheblicher Teil dessen, was wir fühlen, wollen und wiederholen, entzieht sich dem direkten Zugriff – nicht aus Versehen, sondern weil es einmal gute Gründe hatte, unzugänglich zu werden – und meldet sich später zurück: als Symptom, als Beziehungsmuster, als eine Erschöpfung, die sich aus den Umständen allein nicht erklärt.
Symptome sind in diesem Verständnis mehr als Fehlfunktionen, die man beseitigt: Sie sind Lösungsversuche. Die beste Antwort, die ein Mensch auf einen inneren Konflikt finden konnte, solange keine bessere zur Verfügung stand. Wer nur das Symptom entfernt, lässt den Konflikt zurück, für den es einstand. Behandlung heißt für mich deshalb, gemeinsam zu verstehen, wofür das Symptom eine Lösung ist — und im Schutz einer tragfähigen Beziehung eine bessere möglich zu machen. Einer Beziehung freilich, in der sich die alten Muster nicht nur besprechen, sondern an Ort und Stelle erleben und verändern lassen; das ist der Grund, warum analytische Arbeit Zeit braucht. Zeit für die eigene Komplexität: nicht als Luxus, als Behandlungsstandard.

Und die anderen Verfahren?
Psychotherapie ist kein Wettkampf der Schulen, auch wenn die öffentliche Debatte das gelegentlich nahelegt. Die Verhaltenstherapie ist ein wirksames, gut untersuchtes Verfahren und für viele Anliegen eine ausgezeichnete Wahl; die Forschung zeigt zwischen den Richtlinienverfahren ohnehin Äquivalenz, keine Überlegenheit. Die ehrliche Frage an eine Behandlung lautet deshalb nicht, welches Verfahren das beste ist, sondern was behandelt werden soll: ein umschriebenes Symptom — oder die Person, in deren Leben es eingebettet ist. Wer eine fokussierte, zielorientierte Veränderung sucht, ist verhaltenstherapeutisch oft sehr gut versorgt. Wer dagegen verstehen will, warum sich etwas wiederholt, zumal wenn es bereits mehrere Anläufe gab, findet in der psychoanalytischen Arbeit den Raum dafür.
Wie ich denke, lässt sich nachlesen: auf Couch & Agora, wo ich über Psychoanalyse, Gesellschaft und die Zukunft der Psychotherapie schreibe.